Hirsau
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Hirsau

Hirsau an der Nagold gelegen, ist ein Stadtteil von Calw und hat ca. 2.260 Einwohner. Es liegt 320 m bis 620 m über dem Meer und besitzt eine Grundfläche von 1256 Hektar.
Zu Hirsau gehört der Ortsteil Ernstmühl.

Der Name Hirsau ist eine Ableitung von „Hirsch-Aue“. Die beiden Klöster in Hirsau prägten dessen Geschichte. Das Wappen von Hirsau ist ein goldener Hirsch mit einem Abtsstab. Der Hindergrund ist rot. Um 830 wird Hirsau als Hirsaugia im Hirsauer Codex erwähnt.

Die älteste Kirche ist die Nazariuskirche, gebaut um 760.
830 wurde das Aureliuskloster gegründet. Bischof Noting von Vercelli, verwandt mit den Calwer Grafen, brachte die Gebeine des heiligen Aurelius aus Italien nach Hirsau. In den darauf folgenden Jahren verfällt jedoch das Kloster. Papst Leo IX ermahnt 1049 seinen Neffen Graf Adalbert von Calw, das Kloster wieder aufzubauen. Im Jahre 1065 war das Kloster wiederhergestellt. 1091 wurde das neue Kloster „Petrus und Paulus“ auf der anderen Nagoldseite fertig gestellt. Es war eines der größten Klöster in dieser Zeit. Mit Abt Wilhelm (1030 – 1091) erreichte das Kloster seine Blütezeit. Im 16. Jahrhundert erbaute Herzog Ludwig von Württemberg im Klostergelände sein Jagdschloss. Das Kloster und das Schloss wurden 1692 durch die Franzosen unter dem Anführer Melac zerstört.

Das alte Aureliuskloster geriet in Vergessenheit, wurde gar als Scheune und Autowerkstatt genutzt. Bis es nach dem 2. Weltkrieg wiederentdeckt und restauriert wurde. Die Überreste dienen seit 1955 als Kirche für die katholische Gemeinde.

Die bekannte Persönlichkeit Ludwig Uhland besang die alte Ulme, die in der Schlossruine wuchs. Der Baum musste 1989 gefällt werden.

1830 ist die Gemeinde Hirsau entstanden. Vorher gehörten alle Einwohner zum Kloster Hirsau.

Die Bevölkerung lebte nur zum geringen Teil von der Landwirtschaft. Sie verdienten sich als Taglöhner in den Fabriken in Calw und in Hirsau. Im hinteren Bärental am Schweinbach siedelten sich zahlreiche Fabriken an. Genannt sei hier die Löffelfabrik, eine Papierfabrik, ein Wollespinnerei und eine Safranfabrik. Angetrieben wurden die Fabriken durch das Wasser des Schweinbaches.

Hirsau ist heute Luftkurort und besitzt eine kleine Kuranlage. Jährlich finden Klosterspiele in der Klosterruine statt. Durch die Klosterruine, die alte Aureliuskirche, das Klostermuseum, der kleine Kurpark, das Wildgehege und die idyllische Lage ist Hirsau sicher einen Besuch wert.

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