Rudersberg in Calw
Der Rudersberg liegt oberhalb einer Flussschleife ca. 1 km vor Calw. Nach Westen ist er gegen den Schwarzwald offen, ansonsten ist er von der Nagold umflossen und geschützt. Nach Westen war er mit Wallanlagen befestigt. Der Zugang war vermutlich von Kentheim her.
Eine Besiedlung erfolgte um 12. – 8. Jahrhundert vor Christus, wie Keramikscherben belegen, sowie in der Latènezeit (5./4. Jahrhundert vor Christus).
Somit ist der Rudersberg in vorchristlicher Zeit die einzig nachgewiesene Höhenbefestigung im Nordschwarzwald.
Der Sturm „Lothar“ brachte durch Entwurzelungen der Bäume die Überreste der ehemaligen Befestigung zu Tage.
Das Landesdenkmalamt führte 2002 und 2003 Grabungen durch. Es wurde eine Mauer aus dem 7. oder 8. Jahrhundert gefunden. Auch wurde auf Terrassen Ackerbau betrieben. Die gefundene alte Spore deutet auch auf berittene Einheiten hin. Das alte Herrenhaus hatte eine Größe von ca. 15 x 17 Metern. Es stammt vermutlich aus dem 7. Jahrhundert vor Christus.
Die Befestigungsanlage auf dem Rudersberg ist somit um vieles älter als das Kloster Hirsau oder die Burg der Grafen von Calw.
Der Sinn der Befestigung ist noch nicht ganz klar. Vermutlich gibt es einen Zusammenhang mit den Calwer Grafen oder dem Kloster Hirsau.
Vermutlich hat die Ruine Rudersberg als Steinbruch für die Kentheimer Kirche gedient. Die Kentheimer Kirche ist romanisch im 11. Jahrhundert gebaut. Die gefundenen Mauerreste im Turm deuten ein noch älteres Baujahr an.
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