Der Steppenwolf von Hermann Hesse
Der Steppenwolf von Hermann Hesse ist ein 1927 erschienener Roman. Der Steppenwolf handelt von der seelischen Erkrankung des Protagonisten Harry Haller. Harry Haller leidet an einer Spaltung seiner eigenen Persönlichkeit. Auf der einen Seite steht seine menschliche, gesellschaftsnormende Seite, die im Kontrast zu seiner einsamen, sozialkritischen, geradezu steppenwölfischen Seite liegt. Parallelen zwischen der Hauptperson und dem Auto Hermann Hesse finden sich in "Der Steppenwolf" genügend.
Der etwa 48jährige Harry Haller begibt sich für 10 Monate in eine schweizerische Stadt, die er 25 Jahre zuvor schoneinmal besucht hat. Harry Haller kommt aus kleinbürgerlichen Verhältnissen und hat einen Beruf im Bereich der Dichtung, Musik und Literatur erlernt. Er hat eine Vorliebe für Kultur entwickelt und gilt als Kenner von Mozart. Harry ist bekannt als Pazifist und musste, wie der Autor Hermann Hesse, in seinem Lebensverlauf mehrere Schicksalsschläge hinnehmen.
Vor der Ankunft in die schweizerische Stadt, erlebte Harry Haller eine Phase von vielen und anstrengenden Reisen in denen er beruflos, familienlos und heimatlos geworden ist.
Hallers Person ist von einer inneren Tristheit geprägt. Glücksmomente sind ihm beinahe fremd geworden. Nur wenige Freudenstunden, durch die Dichtung und Musik, erlebt Haller.
Seine Vorstellungen vom Glück sind durch die wenigen Freudenstunden bestimmt, in denen er "Wonne, Erlebnis, Ekstase und Erhebung" durch Dichtung oder Musik erlebt hat, Momente, in denen er "Gott an der Arbeit gesehen" hat. Er sehnt sich nach dem Wiederfinden "einer goldenen göttlichen Spur", die er durch die ihn umgebende bürgerliche Ordnung verdeckt und zerstört sieht. Die Teilhabe an dieser göttlichen Welt strebt er auch durch eigene Werke an, die ihm aber wegen des Kampfes seiner beiden Seelen gegeneinander nicht gelingen.
Harry Haller erlebt sich selbst als den "Steppenwolf", eine in zwei Teile geschiedene Persönlichkeit. Zum einen ist er der Mensch, der kultivierte Haller, der interessiert an Bildung und Philosophie ist, ein Mann von Beständigkeit. Auf der anderen Seite ist er der Wolf. Ein vereinsamtes Wesen, ein Zweifler der Gesellschaft und Kultur. Der Steppenwolf hält sich für einen Außenseite und für ein überlegenes Genie.
Von seinen Schicksalsschlägen geprägt entdeckt der Steppenwolf Haller dadurch zwar den Gewinn an Einsicht und Tiefe, jedoch auch eine triste Einsamkeit und innere Verzweiflung. Er beschäftigt sich mit dem Suizid, beschließt sogar seinen Selbstmord auf seinen 50. Todestag zu legen.
In einem Tanzkaffee trifft er auf Hermine, eine junge Gelegenheitsprostituierte, die sowohl androgyne als auch verständnisvoll ist. Aus Haller und Hermine entwickelt sich ein Geschwisterverhältnis. Hermine sieht sich als einen Wesenspiegel und als Seelenverwandte für Haller und als Kurtisane, die das Leben lehrt.
Hermine ist geprägt von einer Dominanz, sie besteht darauf, dass auf sie gehört wird und deutet schon früh an, dass er sie einst töten werde müssen. Hermine macht Haller mit ihrer Kollegin Maria bekannt. Haller erfährt im Liebesspiel mit Maria körperliches Wonnen. Doch Haller sehnt sich nach neuem Leiden, er ist willig zu Sterben und nimmt Abschied von Maria.
Harry Haller begibt sich auf einen Maskenball, in dem er erfolgslos nach Hermine sucht. Ihm wird jedoch ein Hinweis auf das magische Theater mitgegeben, welches am Morgen in dem als Hölle bezeichneten Dachgeschoss stattfindet. Haller trifft dort schließlich auf Maria, Hermine und ihren Freund und Musiker Pablo. Gemeinsam mit Hermine und Pablo gibt sich Haller dem Verzehr von Drogen hin. Die Wirkung erzeugt in Hallers Seele das gesuchte magische Theater, in dem es nur Bilder gibt und keine Wirklichkeit. Hinter einer von unzähligen Logentüren findet er Hermine und Pablo, die erschöpft vom Liebesakt nackt zu Boden liegen. Die Ankündingung von Hermine wird wahr, Haller stößt mit dem Messer in Hermines Brust und sie scheint zu verbluten.
Haller fand sich in einem Saal voll Leuten wieder. Für sein Verbrechen wird er zum ewigen Leben und verspotten verurteilt. Haller ist überzeugt davon das Spiel beim nächsten Mal besser spielen zu können.